24 Perlen der Achtsamkeit 4

von Barbara Schleuniger (Kommentare: 0)

Alltagsspiritualität

Die Perle der Sehnsucht

Ach meine Sehnsucht, sie treibt mich in den letzten Tagen um… Facebook zeigt mir die ersten Fotos meiner Nordseeinsel, wo ich letztes Jahr einen ganzen Monat leben durfte. Es war so zauberhaft, so magisch, so nährend. „Ich will unbedingt wieder das Meer, die See schmecken, riechen, fühlen, sehen und hören…

Und ich weiss, in der Spiritualität ist Sehnsucht ein Zeichen des inneren Unfriedens – keinesfalls erstrebenswert – doch ich bin nicht nur Seele, ich bin Mensch, ganz Frau. Ich sehne mich gerne. Die Sehnsucht treibt mich um, und ohne meine Umtriebigkeit hätte ich so vieles nie ausprobiert, nie erfahren. Und warum bin ich den auf diesem Planeten gelandet, wenn nicht um Erfahrungen zu machen? So sehne ich mich jetzt, genau jetzt und geniesse meine leichte Traurigkeit, fülle mich mit wunderschönen Erinnerungen und bin soooo froh, dass ich letztes Jahr den ganzen Februar noch am Meer verbracht habe – ohne meine Sehnsucht, meine Träume, hätte ich dies nie erlebt.

Anregung: Verurteile dich nicht für das was du fühlst, aber identifiziere dich nicht voll und ganz mit deinen Gefühlen. Lass sie hochkommen, sie dürfen sein, auch die Sehnsucht. Gestehe dir ein, dass nicht alles wunderbar und vollkommen ist – schon gar nicht in diesen wilden Zeiten. Schaffe Raum zwischen dir und deiner Sehnsucht… lasse sie sein, wertschätze sie, weil sie dich umtreibt. Doch versinke nicht in Verzweiflung, weil du diese Sehnsucht spürst. Nimm sie als Zeichen der Lebendigkeit. Sie ist eine Erfahrung.

Hilfestellung: Wie schaffe ich Raum zwischen mir und dem Gefühl? Ich frage mich, wo das Gefühl sitzt. Ich frage mich, wie es sich gerade bewegt? Pulsiert es, oder rotiert es? In welche Richtung und wie schnell bewegt es sich? Hat es eine Farbe? Eine Temperatur?

Ich weiss, dass das Gefühl in MIR ist und meiner Wahrnehmung entspringt… also kann ICH es auch verändern… ich wechsle die Farbe, gebe ihm eine neue Richtung und verändere die Geschwindigkeit. Ich bin nicht das Gefühl, sondern ich empfinde das Gefühl, deshalb kann ich es auch verändern. Das schafft Raum und macht mich zur Gestalterin meiner Innenwelt. Ich bin der Sehnsucht nicht ausgeliefert. Ich empfinde sie gerne, weil ich sie selbst regeln kann.

PS: Dies funktioniert mit jedem Gefühl. Die unangenehmen kann ich kleiner und schwächer machen, auch ersetzen und die guten kann ich verstärken und nähren.

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