24 Perlen der Achtsamkeit 6

von Barbara Schleuniger (Kommentare: 0)

Alltagsspiritualität

Die Perle der ersten Samen

Jeder Samen, den wir im Frühling in die Erde sähen, stirbt. Er gibt seine Form auf um die Idee, die in ihm schlummert, freizusetzen. Im Frühling über den Tod schreiben, ist nicht so üblich. Doch das Leben hat mich gelehrt, dass es immer einen Grund gibt, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Je geübter wir sind, desto eher finden wir eine Sprache für das Unbeschreibliche.

Wenn der Samen seine Form aufgibt und das zarte Pflänzchen erscheint, erkennt man an ihm wie an jedem jungen Pflänzchen die Verletzlichkeit, die ein Wesen nach seiner Geburt aus dem Feinstofflichen hinein in die Materie aufweist. Wenn eine Idee Form annimmt ist dies immer ein Wunder und das Neue hat, ohne das Loslassen des Alten, keine Chance. Der Zyklus vom Werden zum Sterben und wieder hin zum Werden wird gegenwärtig.

Anregung: Geh mit offenen Augen durch die Natur und betrachte die jungen Pflänzchen, die aus dem Boden spriessen. Zart, verwundbar und gleichzeitig unglaublich kraftvoll. Von der Energie der Idee ihrer neuen Gestalt getrieben. Die Pflänzchen wissen, ob sie ein Baum, eine Tulpe oder ein Rosmarinstrauch werden.

Hilfestellung: Betrachte die Pflänzchen vielleicht mit folgender Frage: „Was war die ursprüngliche Idee von mir?“ Spüre nach, ob du noch mehr Idee bist oder in eine Form hineingewachsen bist? Welche Kräfte trägst du noch verborgen in dir und was hat sich schon kraftvoll entfaltet? Nimm dir Zeit die Gedanken setzen zu lassen. Und freu dich über dein Sein und bewerte nicht.

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